

Von Florenz aus nehme ich die Superstrada Richtung Siena bis zur Ausfahrt San Casciano Val di Pesa. Vom Straßenring rund um San Casciano biege ich nach rechts Richtung Cerbaia-Empoli ab, und nach drei Kilometern ragen zu meiner Linken eine Reihe von Zypressen in die Höhe, eine neben der anderen, als ob sie die Einfahrt zur Villa Il Poggiale bewachen wollten. Früher ein historisches Landhaus, ist es heute ein Chianti hotel, welches die Eleganz und den Charme eines Patrizierhauses erhalten hat.
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Erwähnt wird die Villa im Chianti zum ersten Mal im Jahre 1408, als sie von Fürst Corsini erworben wurde; danach war es im Besitz wechselnder Adelsfamilien, so auch der Familie Ricasoli Rucellai. Der heutige Besitzer, die Florentiner Familie Vitta, pflegte hier die Sommermonate zu verbringen, bis die beiden Brüder, Pussy und Tinto, vor einigen Jahren beschlossen, die Villa in eine Art von Chianti Bed & Breakfast/Hotel umzugestalten, wo sich Florenz-Reisende wie zu Hause fühlen konnten. An einem Ort eingebettet in die naheliegenden Weingüter des Chianti und in geringer Entfernung von Florenz und Siena, jedoch weitab vom Lärm des Stadtlebens und umgeben von einem Hauch von Eleganz vergangener Zeiten.
Ein Aufenthalt in Villa Il Poggiale bed and breakfast gleicht einer Einladung bei Freunden, die es sich noch erlauben können, Gäste in großem Stil zu empfangen. Wo sonst finden Sie eine "Honesty Bar", aus der sich die Gäste selbst bedienen können und nur ihre Zimmernummer und die getrunkenen Gin and Tonics aufzuschreiben brauchen? Oder wo sonst wird den Gästen der Zimmerschlüssel für ihr Chianti Hotel ausgehändigt, so dass sie kommen und gehen können, wann immer es ihnen beliebt?
Die Unterkunft im Chianti scheint eine Reihe von Personen angezogen zu haben, die sich voll und ganz für das Hotel einsetzen. Hana ist eine sehr begabte junge Köchin aus der Tschechischen Republik, Grazie und Anna dagegen sind Schwestern aus Schottland. Italienischer Abstammung lebten sie bis zu ihrem fünfzigsten Lebensjahr in Schottland, bis sie beschlossen, mit ihren vier schottischen Schäferhunden in die Toskana zu wandern, eine Tour, für die sie dreieinhalb Monate benötigten! Nun leben sie in einem alten Bauernhaus im naheliegenden Dorf Mercatale. Sie sprechen fliessend italienisch, aber ihr schottischer Akzent verleiht dem Ort eine typische Gosford Park Aura.
In dem geschmackvollen Frühstücksraum wird dem Gast ein wahrhaft kosmopolitisches Frühstück serviert. Das alles unter dem wachsamen Auge von Caterina Piccolomini, die das Chianti Hotel mit dem Charme und der Grazie einer perfekten Gastgeberin managt. Den Gästen fällt es schwer, ein solch freundliches Haus zu verlassen. Die Bed and Breakfast Gäste haben Zugang zum ganzen Haus, vom reich mit Frescos ausgestatteten Salon mit den bequemen Sesseln hinüber in die kleineren, aber gemütlichen Aufenthaltsräume, wo sie zum Ausspannen ihre Füsse auf das Sofa legen können. Von der Renaissance Loggia aus geniesst man einen Ausblick über den Swimming Pool sowie den Rasen und die ihn umgebenden Rosen, deren Duft die Gäste zum Verweilen einlädt.
Keins der Gästezimmer in der Chianti Villa gleicht dem anderen, gemeinsam haben jedoch alle die Frescos oder die warmen Pastellfarben, die handgewebten Vorhänge der ansässigen Webereien und die Baldachinbetten. Die Badezimmer sind herrlich ausgestattete Räume in warmen Erdtönen, mit Frescos ausgemalten Wänden und pastellfarbenen Türen, und die Badewanne ist fast fehl am Platze. Das Chianti Hotel verfügt nicht über ein Restaurant, aber in den warmen Monaten kann der Gast ein Light Lunch am Swimmingpool geniessen. Il Poggiale, die Villa im Chianti, hat etwas Magisches, fast Märchenhaftes, nicht zuletzt der Preis, der zu günstig scheint um wahr zu sein!
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